MEIN WEG IN DIE KUNST

Ich erinnere mich noch genau an meine ersten Bilder und ich hatte als Kleinkind ein Hauptmotiv. Ein Brunnen mit einer sprudelnden Fontäne. Das Symbol für die Quelle der Kreativität, die mich lebendig macht. Meine Materialien damals waren der erdige Boden unter den Nadelbäumen vor dem Haus und kleine Stöckchen, die ich dort fand. War ein Bild fertig, strich ich mit den Händen darüber und hatte Platz für das nächste.

Das machte mich glücklich.


Die nächste Phase wurde eingeläutet als meine Oma mir einen 4-Farben Kuli schenkte. Damit fühlte ich mich geradezu mächtig.

Dieses riesengroße Glücksgefühl beseelte mich immer, wenn ich Stifte und Papier geschenkt bekam. Auch wenn ich mir diese heute nun selbst kaufe, fühlt es sich immer noch so an als wäre ich gerade in den Besitz eines Schatzes gekommen.

Die Kunst im Leben behalten

Immer wenn ich das Gefühl hatte, die Kunst tritt in meinem Leben zu sehr in den Hintergrund musste ich dass ändern. Deswegen habe ich ein vielversprechendes Ingenieur Studium abgebrochen und lieber eine kunsthandwerkliche Ausbildung zur Elfenbeinschnitzerin gemacht. Etwa drei Auszubildende gibt es in Deutschland davon pro Jahr. Diese Tradition wurde im 18. Jahrhundert von Graf Franz I. zu Erbach-Erbach begründet.

Man lernt hier viele, breitgefächerte künstlerische Techniken, angefangen vom Zeichnen, vom Freihand Entwurf bis zur ausgearbeiteten Kreuzschraffur auch alte Schriften mit Tusche, Modellieren und Abgusstechniken, sowie Metall ziselieren und hat Anatomieunterricht. Genauso wichtig war der Umgang mit Maschinen wie Bandsägen, Fräsen und Bohrern, ohne die harte Materialien nicht bearbeitet werden können. Inzwischen ist das Arbeiten mit Elfenbein zu recht stark eingeschränkt, doch auch schon damals wurden zu 90 Prozent andere Materialien wie Hölzer, Knochen, Steinnüsse (das vegetabile Elfenbein), Mammut (fossiles Elfenbein), Perlmutt und Bernstein verwendet.


Von der Anatomie zur Abstraktion


Ich gehörte noch zu denjenigen, die neben Schmuck und modernen Objekten auch noch die naturgetreue Darstellung von menschlichen Figuren und Tieren erlernte. Heute konzentriert man sich nicht mehr so sehr auf das Naturalistische. Für mich ist es jedoch essentiel, denn die Betrachtung der Anatomie hilft bei jeder weiteren Beschäftigung des Figürlichen und ist die Voraussetzung zur Abstraktion.

Nach dieser Ausbildung blieb mir die Sehnsucht nach Farbe. Deswegen beschäftigte ich mich bis heute zunächst auf das Aquarellieren und dann mehr und mehr auf die vielfältigen Möglichkeiten der Acryl-Malerei. Hier bin ich ich im Moment am meisten dem Portrait zugewandt. Wie genau diese Sehnsucht zur Farbe in meinen heutigen Bildern äußert, kann in meinem Atelier angesehen werden.


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